Hilde Pfaff zum Gedenken

Nachruf von Ute Fischer

„Sie lebte selbstbestimmt und ging ihren eigenen Weg“. Mit diesen Worten teilten die Nachfahren von Hilde Pfaff ihren Tod am 7. Mai 2026 mit; zehn Tage vor ihrem 90. Geburtstag. Viele Menschen im südhessischen Reinheim werden sich an sie erinnern, wie sich die kurze Person schwungvoll, energisch und stets hilfsbereit auf den zu hohen Tresen der Sparkasse warf, um ihren Kunden und Ratsuchenden möglichst nah zu sein. Und so war es auch, als ich im Jahr 2003 in Reinheim einen Vortrag über Borreliose hielt und bemerkte, dass es zwischen Karlsruhe und Kassel keine Borreliose-Selbsthilfegruppe gebe. „Dann gründen wir eine“, war Hildes lauter Einruf aus dem Zuhörerkreis. Und sie warf sich erneut voll ins Zeug, ohne zu ahnen, was auf sie zukommen würde. Ein Jahr später stemmte diese SHG die erste Ärztefortbildung in Darmstadt/Hessen mit knapp 3.000 Euro Sponsorengelder, dem Wohlwollen der Landesärztekammer und Dr. Klaus-Peter Hunfeld; der damals gerade Oberarzt an der Uni Frankfurt geworden war. Er sprach über Diagnostik und „Kritische Interpretation von mikrobiologischen Befunden“. Ich, damals Pressesprecherin des BFBD, berichtete von Patienten: „Mein Doktor versteht mich nicht“.  Beides Themen, die heute nach 22 Jahren noch genauso aktuell sind. Hildes und meine Wege trennten sich mit den Jahren. „…sie ging ihren eigenen Weg“.  Es schmerzt mich, dass ich sie verloren habe. Immerhin nahmen etliche SHG auch durch ihr Mittun ihren Weg von Reinheim aus: Darmstadt, Bergstraße, Rhein-Neckar, Darmstadt-Dieburg. Tschüss Hilde