Stellungnahme zur Covid Impfung bei Borreliose Patienten

Weltweit sind derzeit ca. 211 Impfstoffe in der Entwicklung, 93 in der klinischen Prüfung und 13 werden bereits verimpft. In der EU sind derzeit vier Impfstoffe zugelassen. Diese sind die m-RNA-Impfstoffe Comirnaty von BioNTech/Pfizer und Covid-19 Vaccine Moderna von Moderna, sowie die Vectorimpfstoffe Vaxzevria von Astra-Zeneca und Covid-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson.

Ich habe einige Patienten, die mit dem einen oder anderen Impfstoff geimpft wurden. Bei den Patienten, die am Ende ihrer Behandlung standen oder deren Behandlung bereits abgeschlossen war, wurden die Impfstoffe gut vertragen. Bei Patienten, die sich noch in der Behandlung befanden, konnten wir etwa bei jedem zweiten Patienten z.T. erhebliche Nebenwirkungen beobachten. Insbesondere bei Patienten, die schwere neurologische Störungen hatten, waren Nebenwirkungen wie z.B. wieder zunehmend Lähmungen, Krampfanfälle besonders ausgeprägt. Auch konnten wir beobachten, dass Patienten mit niedrigen CD57+ oder CD 53+ Zellen (als Hinweis auf eine chronisch bakterielle oder chronisch virale Infektion) oder mit MTHFR-Mutation Nebenwirkungen eher auftreten. 

Nun, wie sehen die Empfehlungen für unsere Patienten aus? 

Zunächst empfehlen wir, falls möglich, mit der Impfung bis zum Ende der Behandlung zu warten. Bis dahin sollte das Immunsystem mit Vitamin D, Vitamin C und Zink unterstützt werden. Wenn dann eine Impfung durchgeführt werden muss, dann empfehlen wir den Impfstoff NVX-CoV2373 von Novavax, der sich derzeit im Zulassungsverfahren in der EU befindet und im 3. Quartal 2021 zugelassen werden soll. Dies ist ein Impfstoff, bei dem Eiweißpartikel (Antigene) verabreicht werden, die die Antikörperproduktion anregen. Diese Form der Impfung ist für andere Erkrankungen bereits seit langem bewährt. Das Risiko für Nebenwirkungen soll in diesem Fall gering sein. 

Falls ein Patient sich jetzt bereits impfen lassen muss, dann empfehlen wir, zumindest darauf zu achten, dass sich das Immunsystem erholt hat. Parallel zur Impfung sollte für einige Zeit NAC in einer hohen Dosierung eingenommen werden. Dies soll helfen, die Nebenwirkungen zu reduzieren.

Sigrid Blehle, Leitende Ärztin bei Alviasana, Augsburg